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Mülheim: „Netz 23 schon im Ansatz falsches Konzept“
Nach der Vorlage des Papiers „Netz 23“ sieht PRO BAHN schwarz für die Zukunft des ÖPNV in Mülheim. Wenn die hochrangigen Stadtbediensteten ein neues Netz vorlegen, bei dem der Gesamtaufwand der Ruhrbahn Mülheim um rund 15 % gesenkt wird, das Leistungsangebot aber das doppelt so stark abnimmt, wird sich die miserable Wirtschaftlichkeit des Unternehmens noch weiter verschlechtern. Da das vorgesehene Angebot vielerorts nicht ausreicht, muss mit Einsatzwagen nachgesteuert werden. Diese sind besonders teuer, da nur für wenige Einsatzstunden Fahrzeuge und Fahrer vorgehalten werden müssen.

Es werde völlig falsch eingeschätzt, wie Fahrgäste auf Taktausdünnungen, Umsteigezwänge, längere Wege zu Haltestellen, Streckenführung mit Umwegen und Umstellung von Schiene auf Bus reagierten. Es sei mit einem Vielfachen der angesetzten Mindereinnahmen von 1 Mio. Euro pro Jahr zu rechnen. Vor allem würden Vollzahler im Jedermannverkehr wegbleiben, diese trügen aber überdurchschnittlich zu den Einnahmen bei.

Im Netz 23 werde vor allem auf den heute noch alle 10 Minuten bedienten und daher besonders attraktiven Achsen zur Innenstadt das Angebot ausgedünnt, von sechs Fahrten pro Stunde entfielen auf der U 18 drei (50 %), nach Saarn in der Spitze zwei (33 %), tagsüber vier (67 %), zum Heidkamp vier (67 %) und nach Speldorf Süd/Lierberg vier (67 %), gleichzeitig müsse immer umgestiegen werden. Hier werden die Fahrgastzahlen um deutliche zweistellige Prozentwerte sinken, prognostiziert PRO BAHN. Auf den Straßenbahn- und den dichter bedienten Busachsen soll bereits um 17:30 bzw. 18 Uhr der halbierte Spätverkehr einsetzen, die Bedarfsverkehrslinien nach 18 Uhr überhaupt nicht mehr verkehren.

Es sei schon dreist, wenn die Stadt die in den letzten Jahren mit hohen Zuschüssen weitgehend sanierte Straßenbahnstrecke auf der Duisburger Straße aufgeben, aber beim Land bzw. der Bezirksregierung neue Fördermittel beantragen will. Da müsse Düsseldorf eindeutig Nein sagen. Die versprochene Führung der U 18 zur Hochschule West entpuppe sich zudem als Taschenspielertrick, indem einfach die Haltestelle „Königstraße“ den Zusatz „Hochschule West“ erhalte, während im Linienband die Haltestelle „Hochschule West“ wieder den alten Namen „Kolkmann“ trage.

Auch die Verbindungen mit den Nachbarstädten werden massiv verschlechtert, nach Duisburg durch Umsteigezwang an der Haltestelle Zoo/Uni, nach Oberhausen sind die heutigen Linien 122 von Styrum Bahnhof und 136 und 976 von Dümpten überhaupt nicht mehr erwähnt, nach Essen Takthalbierung der U 18, Enden der Linie nach Kettwig vor dem Stadtteilzentrum und Streichung der Verbindung nach Frohnhausen sowie Wegfall der Linie nach Ratingen Mitte.

PRO BAHN befürchtet, dass dieses nicht akzeptable Konzept, das einer fachlichen Prüfung nicht standhalte, dazu führt, dass erneut keine Beschlüsse gefasst werden, wie es bereits mehrfach der Fall war. Es müsse jetzt von Fachleuten verschiedener Disziplinen zusammen mit der Politik und Interessenverbänden ein tragfähiges Konzept entwickelt werden, das nicht eine vorgegebene Haushaltszahl als Ausgang habe, sondern ein zukunftsfähiges verkehrliches Leitbild für den ÖPNV in der Stadt und der Metropole Ruhr.

Lothar Ebbers
PRO BAHN Ruhr
- Pressesprecher -
Tel. 0208 - 6351916
Veröffentlicht am 27.05.2019 | 1.109 Klicks

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