PRO BAHN NRW e.V.


Sparen beim Nahverkehr: zu spät und am falschen Ende
Der Fahrgastverband PRO BAHN ist entsetzt über die neuen Sparvorschläge für den Mülheimer Nahverkehr. „Hat die letzte Sparrunde mit dem 15-Minuten-Takt der Straßenbahnen nicht schon genug Fahrgäste vergrault?“ fragt der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Dirk Grenz mit Verweis auf den Rückgang der Abonnentenzahlen bei der Ruhrbahn Mülheim um 5,9 % zwischen 2017 und 2018 (VRR-Durchschnitt –1,2 %).

Besonders fahrgastfeindlich findet PRO BAHN den Vorschlag, in der Woche die letzte Runde der NachtExpress-Linien um 00:30 Uhr zu streichen. „Während der VRR die Spätverbindungen in der Woche seit Jahren ausbaut, will die Ruhrbahn den Bedienungszeitraum stadtweit gleich um eine ganze Stunde einkürzen“, so PRO BAHN-Pressesprecher Lothar Ebbers. Alleine zwischen 23:30 Uhr und 00:30 Uhr fahren elf RE- und S-Bahn-Züge den Mülheimer Hauptbahnhof an, für die es zukünftig keine Anschlüsse mehr gebe. Die Verantwortlichen verkennen offenbar, dass die Fahrgäste im Kultur- und Freizeitverkehr immer mehr im gesamten Rhein-Ruhr-Raum unterwegs sind und nicht nur in der eigenen Stadt.

Das koordinierte NE-Angebot mit den Nachbarstädten würde durch den Mülheimer Alleingang konterkariert. Während in Essen die letzte Sternfahrt um 01:30 Uhr und in Oberhausen um 00:45 Uhr stattfindet und Duisburg im nächsten Jahr auch in der Woche bis nach 01:00 fahren will, möchte Mülheim auf eine letzte Runde um 23:30 Uhr zurück und würde damit Schlusslicht im Ruhrgebiet. Gute Nacht, Mülheim!

Amüsiert ist PRO BAHN über den Vorschlag, den NE 12 zukünftig als Bus zu fahren. Dies sei schon vor fünf Jahren von Oberhausen vorgeschlagen, von der MVG aber immer wieder abgelehnt worden. Dabei könnte dann der NE 12 mit allen Fahrten bis Sterkrade verkehren. Hiermit hätte schon in den vergangenen Jahren ein deutlicher Betrag eingespart werden können.

PRO BAHN verweist als sinnvollere Sparmöglichkeit auf den Frühverkehr vor 06:00 Uhr. „Muss denn in dieser Zeit zwischen Innenstadt und Broicher Waldweg und umgekehrt schon ein 10-Minuten-Takt fahren, während die U 18 mit einem 20-Minuten-Takt auskommt?“ fragt Lothar Ebbers. Auch andere Buslinien verkehren bislang sehr früh bereits in dichtem Takt.

Lothar Ebbers
PRO BAHN Ruhr
- Pressesprecher -
Veröffentlicht am 15.09.2018 | 137 Klicks

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