PRO BAHN NRW e.V.


"Planungsstopp für Straßenbahn nach Saarn zeigt fehlende ÖPNV- Kompetenz“
Die Forderung der CDU-Fraktion nach Aufgabe der Planungen für eine Straßenbahn nach Saarn zeigt nach Auffassung des Fahrgastverbands PRO BAHN die fehlende verkehrswirtschaftliche Kompetenz der Partei. Dass jetzt auch die SPD das Projekt auf die ganz lange Bank verschiebe, sei symptomatisch für die Mülheimer Nahverkehrspolitik der letzten Jahrzehnte. Ein einfaches Nebeneinanderstellen von MVG-Jahresdefizit und Kosten
für die Straßenbahnverlängerung sei ein populistisches Manöver, das die tatsächliche Problematik der MVG nicht löse. Hier sei eine Restrukturierung im Verbund mit der EVAG angesagt, ebenso müsse der sehr aufwendige Tunnelverkehr auf den Prüfstand. Ansonsten bleibe die Einspardiskussion bei den Betriebsleistungen auch in den nächsten Jahren weiter auf der Tagesordnung, Stichwort Taktharmonisierung zwischen Straßenbahn und Bus.

Dabei zeige das Gutachten von VCDB und BbA zur Strategie für den Schienenverkehr auf, dass schon ein Umklappen der Linie 102 von Uhlenhorst auf Saarn/Alte Straße mittelfristig zu einer jährlichen Ergebnisverbesserung von über 700.000 € führe. Dies sei wenig erstaunlich, da im Schienenbereich leicht geringere Aufwendungen entstünden, und nur für Uhlenhorst eine Ersatzbedienung erforderlich sei. Der Bereich Waldschlösschen könne durch eine Änderung der Führung der Buslinie 131 gut angebunden werden.

Noch deutlicher würden die Einspareffekte bei einer Weiterführung der Straßenbahn auf die Saarner Kuppe in der auch von PRO BAHN favorisierten Variante 4 über die Kölner Straße. Hierfür seien sowohl beim jetzt angewandten 15-Minuten-Takt als auch bei Wiederherstellung des von PRO BAHN für notwendig erachteten 10-Minuten-Takts auf der Linie 102 für diese Verlängerung lediglich zwei zusätzliche Bahnen erforderlich, bei der Linie 133 könnten dafür fünf bis sechs Busse entfallen. Auch der erforderliche zweite Bus für den Bereich Kassenberg neben der Linie 752 könnte ohne zusätzliches Fahrzeug gefahren werde, indem die wenig fahrgastfreundliche Führung der 134 wieder auf eine Linie 134 Hafen – Broich und eine Linie 132 Hbf – Mintard aufgeteilt würde, die Verbindung zwischen Broich und Saarn biete die Straßenbahn in weitaus besserer Form. So ergäben sich auch an anderer Stelle deutliche Verkehrsverbesserungen.

PRO BAHN bemängelt eine fehlende Positionierung von Verwaltung und MVG zu diesem Zukunftsthema des ÖPNV. Hier scheine man weiterhin auf ein endloses Weiterwurschteln zu setzen.

Lothar Ebbers
PRO BAHN Ruhr
- Pressesprecher -
Veröffentlicht am 06.07.2017 | 1.008 Klicks

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