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Schienengutachten Mülheim: Gute Ansätze, aber auch problematische
Presseerklärung:

"Schienengutachten: Gute Ansätze, aber auch problematische“

Nach der Vorlage des Gutachtens zur zukünftigen Strategie im Mülheimer Schienenverkehr sieht sich PRO BAHN in vielen Punkten bestätigt. So sei das überhohe Defizit der MVG in erster Linie auf die schlechte Aufstellung der MVG und die hohen Kosten des Tunnelbetriebs zurückzuführen, was zusammen rund 14 Mio. € jährlich ausmache. PRO BAHN ergänzt, dass auch Konzeptlosigkeit und verzögerte Entscheidungen bei Politik und Verwaltung regelmäßig zu Mehrkosten führten. Die interkommunale Kooperation – z. B. durch VIA – sei kein Ersatz zur notwendigen Restrukturierung der MVG, sondern ein zusätzlicher unabdingbarer Baustein, um den Nahverkehr bezahlbar zu halten. Auch wenn der Zielwert erst in über 10 Jahren erreicht werden könne, müsse umgehend mit den Maßnahmen und Verhandlungen begonnen werden.
Deutlich hätten die Gutachter dargelegt, dass ein Ausstieg Mülheims aus dem Schienenverkehr nicht nur finanziell, sondern auch verkehrlich eine Katastrophe wäre. Ein Brechen der stadtübergreifenden Linien an der Stadtgrenze würde auf diesen Relationen zu Fahrgastverlusten bis zu 65 % führen, davon wären auch die Nachbarbetriebe betroffen. Nur ein Teil der Fahrgäste würden auf Zugverbindungen ausweichen, andere gingen dem ÖV ganz verloren.
Die von PRO BAHN seit Jahren erhobene Forderung nach dem Bau einer Straßenbahnstrecke nach Saarn wird von den Gutachtern als verkehrswirtschaftlich sinnvoll dargelegt. Ein Umklappen der 102 nach Saarn statt nach Uhlenhorst würde jährlich eine Ergebnisverbesserung von 700 Tsd. € bringen. Dabei hätten die Gutachter ein suboptimales Netz unterstellt. Statt einer wenig wirtschaftlichen und unattraktiven kurzen Zubringerbuslinie von der Hst. Alte Straße zur Saarner Kuppe sollte direkt eine Straßenbahnverbindung bis zur Saarner Kuppe geplant werden. Auch die vorgesehene Anbindung der Waldschlösschensiedlung sei weder von der Linienführung noch der Taktdichte (Stundentakt) akzeptabel.
Überhaupt nicht zufrieden ist PRO BAHN mit dem unterstellten 15-/30-Minuten-Takt bei den Straßenbahnen und jetzt auch den Hauptbuslinien. „Eine Taktausdünnung von 10 auf 15 Minuten kostet erfahrungsgemäß viele Fahrgäste“, so der PRO BAHN-RV- Vorsitzende Dirk Grenz, der genau diese Erfahrung auf seinen Stammlinien in den letzten Jahren machen musste. PRO BAHN kann die prognostozierten geringen Fahrgastverluste aus dieser Maßnahme nicht nachvollziehen. Der Hinweis auf den S-Bahn-Takt ab 2019 sei schlicht falsch. „Ab 2019 werden S 1, S 3 und zwei RB-Linien einen angenäherten 10-Minuten-Takt zwischen Essen und Mülheim-Styrum bieten, der passende kommunale Anschluss ist ein 10-bzw. 20-Minuten-Takt“, so Lothar Ebbers, der dem zuständigen Planungsausschuss des VRR angehört. Mülheim versuche, Essen und Oberhausen mit in den Nachbarstädten nicht passenden Takten anzufahren, nach der 104 und 112 seien jetzt auch die Buslinien 122 und 128 betroffen. Letztlich sei auch auf das Vorbild Duisburg verwiesen, wo durchweg im 15-/30-Minuten-Takt gefahren wird. Hier liegt die jährliche Nutzung des kommunalen ÖV
(Fahrten pro Einwohner und Jahr) deutlich unter den Werten von Mülheim, Essen und Oberhausen.

Lothar Ebbers
Veröffentlicht am 20.07.2016 | 745 Klicks

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