PRO BAHN NRW e.V.


Erneute unproduktive Debatte um die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG)
Der Fahrgastverband PRO BAHN ist entsetzt über die erneute unproduktive Debatte über den möglichen Ausstieg aus dem kommunalen Schienenverkehr in Mülheim an der Ruhr. Besonders kritisch sieht der Verband den Beschluss, Investitionen auf das allernötigste zum Erhalt der Verkehrssicherheit zu beschränken. „Wenn die Infrastruktur nur notdürftig repariert wird, wird es am Ende besonders teuer. Gerade dadurch ist in den letzten Jahren die Misere der MVG entstanden“, so Johannes Gith vom PRO BAHN-Regionalvorstand Ruhr. „Hauptkostentreiber sind die Tunnel, nicht die oberirdischen Schienenstrecken, deren Unterhaltung aber jahrelang vernachlässigt wurde“, so Gith weiter. Auch sei es ein Unding, ein Jahr nach der Verabschiedung des Nahverkehrsplans die hier vorgesehenen Investitionen wie die Umsteigehaltestelle Bus – Bahn am Hauptfriedhof wieder zu blockieren.

PRO BAHN findet es erstaunlich, dass bei den Vergleichen mit Referenzstädten und -betrieben nicht beachtet werde, wie hoch die Fahrgastzahlen seien. So befördere die Kraftverkehr Wupper-Sieg (Wupsi) in ihrem Bedienungsgebiet Leverkusen und Rheinisch-Bergischer Kreis bei 438.000 Einwohnern gerade einmal 31 Mio. Fahrgäste pro Jahr, die MVG bei 166.000 Einwohnern hingegen 28 Mio.. In Leverkusen werden pro Einwohner rund ein Drittel weniger Fahrten mit dem ÖPNV zurückgelegt als im gleich großen Mülheim.

Weiterhin werde in der Diskussion ausgeblendet, dass eine Umstellung auf Busse große Investitionen z. B. in Haltestellen, Wendeschleifen und Werkstätten erfordere. So könnten an der Haltestelle Stadtmitte keinesfalls noch weitere Busse als Ersatz für die Straßenbahnlinien 102 und 901 abgewickelt werden. „Es ist blauäugig zu glauben, für diese Investitionen stünden hohe Fördermittel bei Land und VRR bereit,“ so Dirk Grenz, Vorsitzender von PRO BAHN Ruhr.

Auch würden sich die Fahrzeiten deutlich verlängern. Auf der Linie 102 müssten statt sechs Bahnen acht Busse eingesetzt werden. Durch die geringeren Kapazitäten der Busse käme es auch zum vermehrten Einsatz von E-Wagen im Schülerverkehr, was wenig wirtschaftlich sei.

Abschließend fordert PRO BAHN die Veröffentlichung des Civity-Gutachtens über die mögliche Systemumstellung von Bahn auf Bus. Der Verband wolle prüfen, ob neben den finanziellen Auswirkungen auch die verkehrlichen Konsequenzen aufgezeigt worden seien. Dieser Aspekt müsse auch in dem neuen Gutachten schwerpunktmäßig untersucht werden.


Lothar Ebbers
PRO BAHN Ruhr
- Pressesprecher -
Veröffentlicht am 06.01.2015 | 4.158 Klicks

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