PRO BAHN NRW e.V.


DB-Planungen für Bahnhof Sterkrade sind "eine Zumutung"
Als eine "Zumutung für Bahnkunden, Fußgänger und Radfahrer" bezeichnet der
Fahrgastverband PRO BAHN die jetzt offengelegten Pläne der DB zum Bahnhof Sterkrade.
Die heutige Situation werde dadurch kaum verbessert, in wesentlichen Punkten aber
gravierend verschlechtert.
So sehe die Planung vor, einen neuen Fußgängertunnel nördlich des bisherigen Tunnels
anzulegen. Dieser weise fast identische Maße gegenüber dem bestehenden aus (Breite 3,90
m, Höhe 2,50 m), die Zugänge mit Treppe und Rampe seien aber auf beiden Seiten
rechtwinklig angeordnet, so dass der Tunnel völlig intransparent sei. "Schon der jetzige
Tunnel gilt für viele als Angstraum, der neue wird noch schlimmer", so PRO BAHN-
Pressesprecher Lothar Ebbers. Die geplante Verschiebung des Tunnels nach Norden werde
für fast alle Nutzer zu längeren Wegen führen.
"Da zukünftig zudem alle Reisenden den Tunnel nutzen müssen und Radfahrer nicht mehr
unbedingt absteigen, ist der Tunnel auch deutlich zu schmal", so Dirk Grenz, Vorsitzender
von PRO BAHN Ruhr.
Der Fahrgastverband bemängelt weiterhin, dass die DB den barrierefreien Zugang zu den
beiden neuen Bahnsteigen nur durch Aufzüge herstellen wolle. Diese seien an kleinen
Stationen durch Witterungseinflüsse und Vandalismus stark beeinträchtigt und
erfahrungsgemäß häufig defekt. PRO BAHN fordert daher den zusätzlichen Bau einer
langen Rampe mit Zwischenpodesten, was aufgrund der zukünftigen Bahnsteiglänge
technisch möglich sei. In Dinslaken sehe die DB-Planung für den jetzigen Bahnsteig
ebenfalls Aufzug und Rampe vor.
Ebenfalls kritisiert wird die zu kurze Bahnsteigüberdachung. Nach der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn seien für Bahnhöfe wie Sterkrade 20
% der Bahnsteiglänge als Sollwert gefordert, bei jetzt geplanten 180 m Länge also 36 m. Die
DB-Planung sehe nur etwa 25 m vor, überwiegend im Bereich der Treppen und Aufzüge, so
dass kaum wettergeschützte Aufstellflächen auf den Bahnsteigen verblieben. PRO BAHN
fordert auch sicherzustellen, dass entweder auf jedem Bahnsteig oder an jedem Zugang ein
Fahrkartenautomat vorhanden sein wird.
PRO BAHN weist darauf hin, dass nicht nur Anwohner gegen diese Planung Einwendungen
erheben könnten, sondern alle, die in ihren Belangen betroffen seien, neben Pendlern und
Reisenden also auch alle Sterkrader, die diese Fuß- und Radwegeverbindung häufig
benutzen. Die Pläne sind bis zum 03.02. im Technischen Rathaus und im Internet
einzusehen, Einwendungen sind bis zum 17.03. möglich.

Lothar Ebbers
PRO BAHN Ruhr
- Pressesprecher -
Tel. 0208 - 63519160208 - 6351916
Mobil 0176 - 781605920176 - 78160592
Veröffentlicht am 27.02.2014 | 7.156 Klicks

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