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RVR prüft alternativen Betuwe-Lärmschutz
Im Rahmen eines EU-Projektes entlang der Achse Rotterdam – Genua hat der Regionalverband Ruhr (RVR) neue Ideen zum Lärmschutz entlang der Betuwe-Route untersucht. Ingenieurbüros und Doktoranden prüften die Bereiche Hamminkeln-Mehrhoog,Wesel-Feldmark und Dinslaken Bahnhof, die jeweils exemplarisch für verschiedene Siedlungstypen (ländlich, vorstädtisch, innerstädtisch) ausgesucht wurden.
So wurde hinterfragt, ob bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände sinnvoll sind, wenn die Trasse wie in Dinslaken schon auf einem Damm verläuft. Wäre transparenter Lärmschutz möglich, damit der Bahn-Nutzer auch noch sieht, wo er sich gerade befindet, und die Anwohner aus dem Fenster noch den Himmel oder die Sonne sehen können? Die Ergebnisse der Planerteams sind teilweise verblüffend.

Statt einer bisher untersuchten und wohl unbezahlbaren Tieflage in Mehrhoog wäre eine Halbtroglage (2,60 Meter Absenkung) in Mehrhoog recht kostengünstig (5 Mio. Euro Mehrkosten), ohne Grundwasserprobleme befürchten und teure Änderungen an Versorgungsleitungen tätigen zu müssen. Die dann noch notwendige Lärmschutzwand wäre nicht mehr so hoch, was dem Ortsbild sicherlich zu Gute käme. Die Straßenführung könnte so auch geändert werden: Statt einer spitzwinkligen Unterführung für Autos, Radfahrer und Fußgänger mit schlecht einsehbaren und umwegreichen Rampen zu den Bahnsteigen auf einer neuen Trasse wäre hier eine Umfahrungsstraße für Autos mit einer nicht sehr hohen Brücke möglich, während Fußgänger und Radfahrer auf der bestehenden Trasse in der Ortsmitte eine leichte Rampenbrücke – ähnlich den niederländischen Grachtenbrücken – erhielten, von der aus auch die Bahnsteige zugänglich wären.

Neben innovativen, für die Berechnung der Lärmschutzwirkung bislang nicht zugelassenen Maßnahmen wie Schienenstegdämpfern oder niedrigen gleisnahen Lärmschutzwänden, die allerdings den betrieblichen Wartungsaufwand erhöhen,werden auch die Möglichkeiten angesprochen, Lärmschutz durch Städtebau, z.B. durch Parkhäuser, Büro- oder Gewerbegebäude, für die dahinter liegenden Wohnbereiche zu realisieren.Alle Maßnahmen, die die bisher angedachten hohen, wenig ansehnlichen und stadtzerschneidenden Lärmschutzwände verkleinern können, sollten ausgeschöpft werden.

Der TÜV Nord untersuchte parallel dazu die jeweiligen Lärmauswirkungen. In einigen Fällen ist neben dem abgespeckten Lärmschutz dann noch passiver Lärmschutz an Wohngebäuden erforderlich. Lediglich der direkte Vergleich zu den DB-Planungen fehlt noch, um vor Ort zusammen mit den direkt betroffenen Anwohnern akzeptable Lösungen zu finden.

Ein Gutachter untersuchte auch die mögliche Gestaltung des Betriebsprogramms auf der Strecke. Nach Blockverdichtung und Bau des dritten Gleises ist die Kapazität ausreichend, um den prognostizierten internationalen Güterverkehr, aber auch den Personennah- und -fernverkehr und den lokalen Güterverkehr abzuwickeln. Als problematisch sehen die Gutachter allerdings an, dass das dritte Gleis an vielen Stationen keine Bahnsteigkanten erhalten soll. Eine vorrangige Nutzung des dritten Gleises durch den ICE in beiden Richtungen ist nicht möglich, da sich die Züge nördlich von Wesel begegnen. Ein Wechsel vom dritten Gleis auf die Außengleise ist wegen der vorgesehenen Weichen nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit möglich. Es droht die Gefahr, dass trotz dreigleisigem Ausbau Überholungen von Regionalzügen durch den ICE nur mit Standzeiten möglich sind, was zum Zeitverlust und häufig zu Verspätungen führt. Sollte sich der dreigleisige Ausbau deutlich verzögern, schlagen die Gutachter als vorrangige Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsqualität einen Weichenumbau im Bereich Friedrichsfeld zur Herstellung eines mittigen Überholgleises, die Reaktivierung des Bahnsteigs an Gleis 3 in Dinslaken sowie den Bau der kreuzungsfreien Ausfädelung in Sterkrade Richtung Osterfeld vor. Der RVR hatte Lothar Ebbers und Dirk Grenz von PRO BAHN in die die Untersuchung begleitenden Gremien berufen, die diese Aufgabe als Anlieger und Nutzer der Strecke aktiv wahrnahmen.

Quelle: Ruhrschiene
Veröffentlicht am 18.05.2011 | 8.322 Klicks

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