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Presseeeklärung zum Baustellenfahrplan: DB verprellt Fahrgäste auf der Hollandstrecke
Zahlreichen Mängeln und Fehlleistungen der DB bei dem zur Zeit laufenden Baustellenfahrplan
Im Gegensatz zu den Äußerungen des Bahnsprechers Hern Kampschulte im NRZ-Artikel waren die Mängel im Baustellenfahrplan nicht bereits Mitte der letzten Woche beseitigt. Sie dauern teilweise noch an.
  • Es begann mit einer viel zu späten Veröffentlichung des am Abend startenden Ersatzfahrplans erst im Laufe des Freitags (5.8.) sowohl im Internet, der Fahrplanauskunft als auch an den Bahnhöfen, so dass viele Fahrgäste absolut falsch informiert wurden.
  • Weiterhin stimmten gedruckter Baustellenfahrplan und Fahrplanauskunft im Internet nicht überein: im Internet fehlten mehrere Züge, stattdessen waren Züge verzeichnet, die überhaupt nicht verkehrten. Solche Fehler sind auch noch im Fahrplan für die letzte Baustellenwoche (12.-19.8.) zu finden. Ebenso wurden am Oberhausener Hbf fehlerhafte Zuganzeigen gemacht.
  • Im veröffentlichten Baufahrplan waren mindestens zwei "Luftkreuzungen" (Zugbegegnungen im eingleisig befahrenen Abschnitt zwischen Sterkrade und Dinslaken) vorgesehen, wodurch es zu zusätzlichen Verspätungen kam.
  •  Bei den Nacht- und Frühzügen Wesel - Duisburg wurden die Anschlüsse an den RE 1 Richtung Düsseldorf knapp verpasst. Da in diesen Zeiten keine Zugkreuzungen mit anderen Personenzügen vorlagen, hätten die Fahrpläne leicht angepasst werden können.
  • Am Sonntag Abend (7.8.) fiel einer der nur stündlich verkehrenden Züge von Oberhausen Richtung Emmerich offenbar durch fehlerhafte Disposition aus (die Zuggarnitur war aus Emmerich angekommen und fuhr leer nach Duisburg). Anstatt Informationen über Fahrgastrechte, Mobilitätsgarantie usw. zu erhalten, wurden Fahrgäste am ServicePoint in Oberhausen Hbf abgewimmelt und auf den Zug eine Stunde später verwiesen.
  • Ein Zug (Düsseldorf ab 18:25 Uhr) fuhr an mehreren Tagen ab Duisburg 14 bis 20 Minuten früher als im Baustellenfahrplan angegeben.


Durch die viel zu kleinen Fahrzeuge auf den RE 5-Ersatzzügen wurde dann an mehreren Tagen stundenlang nur knapp ein Viertel der eigentlich bestellten Platzkapazität zwischen Oberhausen und Wesel angeboten. Viele Fahrgäste blieben auf den Bahnsteigen zurück, auch die folgenden Züge waren dann hoffnungslos überfüllt.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hält es für völlig unangemessen, dass zwei Wochen lang tagsüber zwischen Wesel und Oberhausen nur ein Zug pro Stunde angeboten werde, der auch wesentlich schlechtere Anschlüsse in Oberhausen und Wesel habe. Offensichtlich habe die DB hier dem Güterverkehr massiv Vorrang eingeräumt, sie teste offenbar aus, was sie den Fahrgästen an der Strecke zumuten könne. Da auf der Hollandstrecke in den nächsten Jahren immer wieder mit größeren Bauarbeiten (Stichort Betuwe-Ausbau) zu rechnen sei, müsse dringend ein Mindeststandard für die Nahverkehrsbedienung festgelegt werden, der zwischen Oberhausen und Wesel tagsüber mehr als einen Zug pro Stunde umfassen müsse. PRO BAHN fordert daher die Abgeordneten in Bund, Land und den VRR-Gremien auf, in dieser Hinsicht aktiv zu werden.



Ansprechpartner

Lothar Ebbers
Neugahlener Str. 20
46149 Oberhausen

Tel. +49 (0) 208 6351916
Mobil: +49 (0) 176 78160592

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Veröffentlicht am 15.08.2011 | 6.270 Klicks

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