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NRW-Grundsatzprogramm
Grundsatzprogramm Fahrgastverband PRO BAHN NRW e.V.
6. Tarife & Tickets


In Nordrhein-Westfalen gilt grundsätzlich flächendeckend der sog. NRW-Tarif. Innerhalb der einzelnen Verkehrsverbünde gelten die jeweiligen Verbundtarife. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Tickets und Angebote, sowohl landesweit als auch verbundbezogen.

6.1. NRW-Tarif

PRO BAHN begrüßt ausdrücklich die Einführung des NRW-Tarifs und setzt sich daher für eine zeitnahe Erweiterung und Optimierung dieses innovativen Tarifs ein.  Gegenwärtig weist der NRW-Tarif noch einige gravierende Defizite auf. So ist zum Beispiel kein flächendeckender Vertrieb sichergestellt. Der NRW-Tarif kann bisweilen nur an den Bahnhöfen gelöst werden. Die Leistungen für den Busvorlauf muss der Kunde dann zwar bezahlen, kann ihn aber nicht nutzen.

Ebenso darf der Fahrgast nur am Start- und Zielort den örtlichen Tram- und Busverkehr nutzen. Für die eigentliche Strecke muss er die Bahn nutzen. So muss zum Beispiel ein Fahrgast, der von Aachen nach Düsseldorf-Oberkassel möchte, über Düsseldorf Hbf fahren, obwohl er von Neuss aus mit der Stadtbahn der Linie U 75 Düsseldorf-Oberkassel wesentlich schneller und leichter erreichen könnte.

PRO BAHN fordert daher, den NRW-Tarif wie folgt zu optimieren:
  1. flächendeckender Vertrieb des kompletten Ticketsortiments in allen Bussen  sowie an allen Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen.
  2. freie Wahl und Wechsel der Verkehrsmittel, d. h. der Fahrgast kann frei  entscheiden, mit welchen Verkehrsmitteln er seine Fahrt durchführt und ob  er zwischendurch die Verkehrsmittel wechselt.
  3. Wegefreiheit, d. h. die Wahl des Weges wird dem Fahrgast überlassen. Er  muss sich lediglich auf das Ziel zu bewegen. und darf dabei nicht über eine höhere Preisstufe fahren.
  4. Einführung von Preisstufen wie bei den Verbundtarifen statt der Entfernungsklassen aus dem DB-Tarif.
  5. Es sollte die Möglichkeit bestehen, nicht-tagesgebundene Tickets im Vorverkauf erwerben zu können.
Ziel muss es sein, die bestehenden Verbundtarife langfristig durch den NRW-Tarif abzulösen, so dass landesweit nur noch ein Tarif gilt.


6.2. Übergangstarife

Eigenständige Übergangstarife wurden in NRW durch Überlappungsregelungen der bestehenden Verbundtarife abgelöst. Dies wird im Grundsatz von PRO BAHN begrüßt. Oft wird jedoch im Überlappungsbereich nicht das komplette Tarifsortiment angeboten, wodurch die Tariflandschaft unnötig verkompliziert wird. Negativbeispiel ist die Überlappung des VRS-Tarifs in den VRR-Raum, bei dem zwischen großem und kleinem Grenzverkehr unterschieden wird. Diese Tarife sind oftmals ungünstig, lückenhaft und problembelastet.

PRO BAHN fordert, dass jeweils das komplette Ticketsortiment (einschließlich Sondertickets) mit den im Kerngebiet geltenden Regelungen auch im Überlappungsbereich Anwendung findet.



6.3. Grenzüberschreitende  Tarifangebote

Im Zuge von immer näher aneinanderrückenden Grenzregionen und einem immer mehr zusammenwachsendem Europa muss es auch für den grenz-überschreitenden Verkehr attraktive Fahrkarten-Angebote geben. Zuschläge bei Grenzübertritt gehören abgeschafft.

In den grenznahen Gebieten zu Belgien und den Niederlanden sollten der NRW-Tarif und die Verbundtarife sowie die Tarife der benachbarten Bahnen ausgeweitet  und gegenseitig anerkannt werden.

Ein Beispiel: Alle Bahnhöfe im Stadtgebiet Aachen werden zu "Brückenköpfen" des belgischen SNCB-Tarifs, Welkenraedt und Hergenrath zu "Brückenköpfen" des deutschen Tarifs (AVV, NRW und DB).


6.4. Nutzung von Fernverkehrszügen

PRO BAHN fordert ein Umdenken bei der Nutzung von Fernverkehrszügen mit Fahrscheinen des Nahverkehrs. Im Einzelnen sollten Fernverkehrszüge wie folgt genutzt werden können:
  1. auf Relationen ab 50 km immer und außerhalb des Kernnetzes (wie z.B. in Niedersachsen zwischen Bremen und Norddeich geplant)
  2. bei alternierender Bedienung einer Strecke durch Regional- und  Fernverkehrszüge auf dem entsprechenden Streckenabschnitt
  3. bei Ausfall oder mehr als 5 Minuten Verspätung von Regionalzügen, und zwar ohne vorherige Freigabeerfordernis
  4. in Tagesrandlagen zur Ergänzung des Regionalverkehrs
6.5. Streifenkarte

Das Ticketangebot der einzelnen Verkehrsverbünde ist mannigfaltig; Zeit- bzw. Mehrfahrtenkarten werden jedoch überall nur für immer gleiche Relationen bzw. nur für gleiche Preisstufen angeboten. PRO BAHN regt die Einführung bzw. die Wiedereinführung von preisstufenunabhängigen rabattierten Mehrfahrtenkarten (ehemals Streifenkarten) an, um auch Gelegenheitsfahrern unterschiedlicher Strecken und Entfernungen eine preisgünstige Fahrkarte im Vorverkauf anbieten zu können.


6.6. Abendnetzkarte

Um den abendlichen Freizeitverkehr noch attraktiver zu gestalten und auch in den Tagesrandlagen für eine gute Nachfrage in Bus und Bahn zu sorgen, setzt sich PRO BAHN für eine preisgünstige und landesweit gültige Abendnetzkarte ein.


6.7. MobiCard

Der bundesweite Erfolg der BahnCard 50 bei den Fahrgästen der Deutschen Bahn zeugt deutlich, dass es eine sehr große Nachfrage für ein solches Ermäßigungsangebot gibt. PRO BAHN setzt sich daher für die Weiterentwicklung der BahnCard zu einer umfassenden Mobilitätskarte ein, die auch bei den Verbundtarifen Anwendung findet und Rabatte gewährt. Wünschenswert wäre eine Verschmelzung der Zeitkarten und der BahnCard zu einer MobiCard (freie Fahrt im festgelegten Kerngebiet, darüber hinaus deutschlandweite Rabattfunktion).


6.8. Kindermitnahme & Kindertarife

Gegenwärtig gelten in allen Verkehrsverbünden unterschiedliche Regelungen zu Kindermitnahme und Kindertarifen. PRO BAHN fordert daher eine landesweit einheitliche Regelung zur Kindermitnahme bzw. zum Kindertarif. Hierbei sollte sich der Einfachheit halber an den Regelungen der Deutschen Bahn AG orientiert werden.


6.9. Jugendtarif

Für Jugendliche und junge Erwachsene in der Lebensphase, in der sich das nachhaltige Mobilitätsverhalten am stärksten herausbildet, sollte ein attraktives Ticketangebot geschaffen werden. Dies betrifft neben verbund- oder landesweiten Netzkarten auch die Möglichkeit, gegenüber dem Erwachsenenpreis vergünstigte Tickets für Gelegenheitsfahrten zu erwerben. Vorbildlich ist hier der Münchner Verkehrsverbund mit halbierten Streifenkartenpreisen für Jugendliche unter 21 Jahren.


6.10 Modellprojekte

PRO BAHN wünscht sich seitens der Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde eine größere Bereitschaft, tarifliche Modellprojekte auszuprobieren. So hat zum Beispiel die belgische Stadt Hasselt mit ihrem kostenlosen Stadtverkehr ein völlig neues Fahrgastpotential erschlossen und die Akzeptanz des kompletten ÖPNV nachhaltig gestärkt.


6.11. Sozialticket

PRO BAHN setzt sich für die Einführung von Sozialtickets ein, wenn dies preislich nicht zu Lasten der übrigen Fahrgäste erfolgt. Öffentliche Mobilität muss aber auch für die übrigen Fahrgäste erschwinglich sein. Die seit Jahren deutlich über der Inflationsrate liegenden Preiserhöhungen einiger Verkehrsverbünde gefährden dies zunehmend.


6.12. Tarifliche Benachteiligung des ländlichen Raums

PRO BAHN setzt sich für die Beseitigung von tariflichen Benachteiligungen im ländlichen Raum ein.

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Skyline
Veröffentlicht am 25.01.2013 | 2.024 Klicks

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    26.01.2013 | 3,4 MB

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