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„Aachen soll zur Pilgerstätte modernen Nahverkehrs werden“
NRW-Verkehrsminister Groschek informiert sich zum geplanten Campusbahn-Projekt
Am 26. Oktober 2012 lud die Arbeitsgemeinschaft Selbstständige in der SPD (AGS) den NRW-Landesverkehrsminister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, Michael Groschek, nach Aachen ein, um ihm das geplante Campusbahnprojekt vorzustellen.

Gastgeber war die Aachener Firma IVU Traffic Technologies AG, ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich der IT-Technik für den ÖPNV.
Die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt (SPD) hob die herausragende Bedeutung Aachens als Traditionsstandort der Waggonbauindustrie hervor. Und auch an der Universität (RWTH) würden Logistik und Verkehr einen hohen Stellenwert einnehmen. Die Campusbahn könne mit diesem regionalen Wissen umgesetzt werden und „stilbildend“ auch für andere Regionen sein.

Dr. Helmut Bergstein von der IVU Traffic Technologies AG unterstrich die Bedeutung und Attraktivität der geplanten Campusbahn in der Standortfrage Aachens als „sehr entscheidendes Element“. 

Aachener Busnetz an der Kapazitätsgrenze 

Der Landtagsabgeordnete Karl Schultheiß (SPD) führte anschließend mit einer kurzen, informativen Präsentation in das Thema des Abends ein: So stoße das Aachener Busnetz an die Kapazitätsgrenze. Auch die Weiterentwicklung der RWTH mit bis zu 10.000 neuen Arbeitsplätzen, eine Einhaltung des Luftreinhalte- und Lärmminderungsplans und eine stadtverträgliche Bewältigung des erwarteten Fahrgastzahlen-Anstiegs erfordere ein Umdenken im Mobilitätskonzept und die Einführung einer Stadtbahn. 2013 stünde die Entscheidung in Aachen an, ob man dem Campusbahnprojekt ein „go“ oder „no go“ gäbe. „Wir werben fürs go!“, so Schultheiß weiter.

Der mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Servos, hob auch den integrativen Charakter des Campusbahn-Projekts hervor: „Die Campusbahn bietet den Zugang zur Elektromobilität. Sie bietet E-Mobilität für alle.“ Aus mobilitätspolitischer Sicht führe kein Weg an der Campusbahn vorbei. Alles andere käme der Stadt Aachen teurer, so Servos.

Groschek: "Warum nicht Aachen zum zweiten Zürich machen?"

Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) schließlich warf die Frage auf, wozu wir überhaupt nach Zürich gehen müssen, um zu gucken, wie guter ÖPNV funktioniere. Vielmehr solle man sich auch darauf besinnen, welches Know-how wir in NRW haben. Letztlich warf Groschek die Frage auf:„Warum nicht Aachen zum zweiten Zürich machen?“

Weiter stünden wir vor einem kulturellen und gesellschaftlichen Wandel. Teil dieser „kulturellen Revolution“ seien auch Änderungen im Mobilitätsverhalten der Menschen.  Für junge Menschen hätte in Groscheks Jugendzeit der Golf GTI einen hohen Stellenwert gehabt. Für die jetzige Generation nähmen Smartphones diese Stellung ein. Außerdem wachse die ökologische Überzeugung der jungen Generationen.

Groschek warnte überdies vor dem Auslaufen der GVFG-Bundesförderung und führte aus, dass trotz schwierigster Haushaltsberatungen die Kraft und Konzentration gefunden werden müsse, Zukunftsprojekte wie die Campusbahn nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu beschreiten. Gerade vor dem finanziellen Hintergrund hinterfragte der Minister die Strategie, Bahnen unter die Erde zu legen (U-Stadtbahnkonzept NRW). Innovationsweisender seien da Stadtbahnprojekte, wie in Aachen, wo darüber hinaus die Stadtbahn noch mit dem Konzept des Trolleybusses kombiniert werde. Innovation „made in NRW“. Die Stadt Aachen, so Groschek weiter, solle zur „Pilgerstätte modernen Nahverkehrs“ werden.

Kombination von Stadtbahn und Trolleybus

Auf den Individualverkehr bezogen würden nach Groscheks Einschätzung Pedelecs und E-Bikes zu „absoluten Rennern“. Dafür brauche man keine neuen Straßen, sondern vielmehr neue Radverkehrsinfrastrukturen und damit verbunden auch neue Dienstleistungen. Die Campusbahn soll zukünftig öffentliche E-Mobilität in Aachen (Stadtbahn und Trolleybus) mit individueller E-Mobilität (Bike- und Carsharing) vernetzen. Auf diesen Vorteil machte auch Hans-Joachim Sistenich, Geschäftsführer vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) und Nahverkehr Rheinland (NVR), aufmerksam. Jene Art der Vernetzung gehöre bei der Campusbahn zum Kernkonzept.

Auch Michael Carmincke, Vorstand der Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs AG  (ASEAG), wies auf die einschlägigen Vorteile von Stadtbahnsystemen gegenüber von herkömmlichen Bussen hin: Laufruhe, Geschwindigkeit, Komfort und Kundennutzen seien eine Qualitätsfrage. Nur Stadtbahnsysteme würden Fahrgastzuwächse von bis zu 40 Prozent ermöglichen.

Sistenich ergänzte, das Ende der fossilen Brennstoffe sei in Sicht. Eine Veränderung hin zu regenerativer Energie im Verkehrsbereich ein Muss.

Abschließend machte Ulla Schmidt auch nochmal aufmerksam auf die Bedeutung des Stadtbahnprojekts in Aachen aus sozialpolitischer Sicht, gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels unserer Gesellschaft. Doch auch aus ökonomischer Sicht unterstrich sie die Bedeutung des Projekts: „Ein Nichtinvestieren in wichtige Infrastruktur würde uns in 10 bis 15 Jahren teuer zu stehen kommen. “


Bildquelle:
www.campusbahn.de
Veröffentlicht am 26.10.2012 | 4.945 Klicks

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