Bundesverband |  Regionalverbände in NRW |  Impressum
Logo Fahrgastverband

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Navigationsstrich PRO BAHN  Navigationspfeil Aktuelles  Navigationsstrich Ruhrschiene  Navigationsstrich NRW-Grundsatzprogramm  Navigationsstrich Rhein-Ruhr-Express  Navigationsstrich Downloads 
Navigationsstrich Aktuelles  | Archiv 
PRO BAHN NRW zur Zukunft der U-Stadtbahn
„Vorrang für den Umweltverbund“ – Mut zu innovativen und kreativen Lösungen ist gefragt
Mit Sorge verfolgt der gemeinnützige und ehrenamtliche Fahrgastverband PRO BAHN NRW e.V. die aktuell prekäre Lage zur Verkehrsfinanzierung in NRW und die damit in Zusammenhang stehende Diskussion um die Zukunft der U-Stadtbahn. Dabei begrüßt PRO BAHN grundsätzlich die Haltung des neuen Landesverkehrsministers Michael Groschek, durch eine solide Verkehrsfinanzierungspolitik auch an nachfolgende Generationen zu denken.

Sparanstrengungen des Landes müssten konsequenterweise dafür sorgen, dass sinnvolle Projekte mit dem Credo „neue Fahrgastpotentiale erschließen“ (wie z.B. die Campusbahn in Aachen) umgesetzt werden und Projekte nach dem Credo „mehr Platz für Autos“ (z.B. neu geplante Stadtbahn-Tunnel) zugunsten von o.g. Projekten zurückgestellt werden – denn das wäre, gerade in Zeiten knapper Kassen, das Gebot der Stunde.

PRO BAHN NRW erkennt auch in den in einigen Jahren anstehenden Sanierungsmaßnahmen von bestehenden Tunnelstrecken ein finanzielles Risiko und fände einen offenen Diskurs darüber sinnvoll, ob nicht – partiell – oberirdische Straßenbahn-Neubaustrecken eine geeignete Alternative wären. Hier sollte man – natürlich individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten – mit Mut und Kreativität nach innovativen Lösungsmöglichkeiten suchen und nach französischem und schweizerischem Vorbild optimal städtebaulich integrierte Systeme schaffen. Dies könnte Chancen bieten für mehr Urbanität, eine bessere Durchgrünung und Lebensqualität in den Städten, z.B. durch Rasengleise.

Die laufenden Betriebskosten – wie auch die immer wieder in größeren Abständen anfallenden „Großsanierungen“ (die regelmäßig den Kosten eines Neubaus gleichkommen, wenn sie denn überhaupt finanzierbar sind) sind bei unterirdischen Stadtbahnsystemen deutlich höher, als „oben“. Der Zeitgewinn von Stadtbahnen „unter Tage“ wird durch längere Wege zu den Stationen wieder aufgezehrt, außerdem gibt es im U-Bahn-Verkehr grundsätzlich größere Stations-Abstände, was die Zugangswege nochmals verlängert. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sind die Wege trotz Hilfen (Aufzug, Fahrtreppe, etc.) nur sehr mühsam zu bewältigen. Die Aufenthaltsqualität an den Stationen ist oberirdisch grundsätzlich besser, als unten und die objektive – aber auf jeden Fall die subjektive – Sicherheit ist unterirdisch deutlich schlechter und führt dazu, dass eine nicht geringe Anzahl (potenzieller) Fahrgäste das Verkehrsmittel im Untergrund erst gar nicht nutzt. Es ist – insbesondere für die Nutzer des ÖPNV – nicht einzusehen, dass der umweltfreundlichere Verkehr von der Oberfläche verschwinden muss (oder musste) und der lärmige und abgasreiche Autoverkehr oben bleibt – schon psychologisch ist das absolut kontraproduktiv. Das Argument, an der Oberfläche sei für gut ausgebaute Nahverkehrssysteme kein Platz, zieht erst recht nicht, denn dann dürfte „oben“ auch kein Platz für den Autoverkehr sein.

Bei sanierungsbedürftigen „Tunnel-Rumpfnetzen“ sollte daher durchaus überlegt werden, „oben“ für Ersatz zu sorgen. Dies gilt jedoch natürlich nicht für in sich geschlossene und durchdachte U-Stadtbahn-Netze (z.B. Dortmund oder Bielefeld), bei denen zwangsläufig in den nächsten Jahren erhebliche Gelder in Unterhalt und Sanierung der Tunnel gesteckt werden müssen.

Jene Finanzierung sollte nach der Argumentation des Fahrgastverbands aus dem Etat des Straßenbaus bewerkstelligt werden, schließlich wurden die U-Stadtbahn-Tunnel seinerzeit – ohne zwingende Notwendigkeit für den ÖPNV – mit dem primären Ziel geschaffen, an der Oberfläche Platz zu schaffen für den motorisierten Individualverkehr und somit zum Vorteil für das Auto.
 
Veröffentlicht am 02.09.2012 | 7.251 Klicks

Mehr News

Navigationspfeil Impressum   Navigationspfeil Datenschutzerklärung | © Copyright 2010-2020 PRO BAHN Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Erstellt mit Apexx Portalsystem - © Stylemotion.de